Buffet Kull – ein Biss(erl) „savoir vivre“ in München

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Dunkel, kalt und verlassen –  die Marienstraße liegt zwar nur einen Steinwurf entfernt vom Tal und der belebten Ledererstraße und dennoch befindet sich hier, an einem Donnerstag um 20 Uhr, kein Mensch mehr. Genau dort, abseits und trotzdem mitten drin, liegt das Buffet Kull. Für den flüchtigen Passanten ist das Lokal leicht zu übersehen, würde kein warmes Licht durch die hohen Fenster in die dunkle Nacht hinaus scheinen und den Neugierigen zum Stehenbleiben verführen. Öffnet man dann die Türen und schiebt den schweren Vorhang zur Seite, wird auf einen Blick klar, wo alle Menschen sind – nämlich hier, im Buffet Kull. Alle Tische des Restaurants sind besetzt und eine atmosphärische Mischung aus Stimmengewirr, Lachen und Gläserklirren liegt in der Luft.

Belebt, lebendig und lebensfroh – diese drei Adjektive beschreiben das Buffet Kull auf den ersten Blick am besten. Hat man jedoch an einem Tisch Platz genommen, merkt man recht schnell, dass das Kull eine große Fanbase hat. Vermutlich verursachen das freundliche Personal und die ansprechenden Leckereien auf Tellern und in Gläsern die Beliebtheit des Ladens und eine gewisse Ausgelassenheit und Lockerheit im Betrieb. Hierbei sollte erwähnt werden, dass das kleine Restaurant bereits 1996 eröffnet wurde und keineswegs zu einem neuen und deshalb überfüllten Hotspot, sondern vielmehr zu einem beliebten und belebten Klassiker zählt. Es überrascht daher auch nicht, dass die Kull & Weinzierl-Gruppe hinter dem, liebevoll Kull genannten Restaurant, stehen – immerhin zeichnen sich die Macher auch für die Hotels Cortiina und Louis sowie die Bar Centrale, Bar Giornale, Riva Bar und den Brenner Grill verantwortlich.

Der französische Einschlag und das Bestreben a bisserl „savoir vivre“ nach München zu bringen, ist hier zum einen sichtbar und zum anderen schmeckbar. So erinnert die Einrichtung und Dekoration mit karierten Tischdecken und geschwungenen Holzstühlen deutlich an ein typisch-lässiges Bistro in Paris. Zudem verstärken die großen, an allen Wänden hängenden Spiegel die lebhafte Stimmung und lassen den übersichtlichen Raum, in dem 85 Personen sitzend Platz finden, groß und offen wirken. Diese architektonische Offenheit steht im Einklang mit der offenen Art der Kellner. Sie spaßen untereinander, scherzen mit Stammgästen genauso wie Neulingen und sorgen insgesamt für eine gute Stimmung und perfekten Service. Obwohl kein Menüzwang herrscht und es recht zwanglos zugeht, sollte der Gast ein wenig Hunger, oder vielmehr Lust, mitbringen und im besten Fall nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gänge wählen. Neben internationalen Klassikern wie einem „New York Filetsteak mit Bratkartoffeln“ liegt der Fokus vor allem auf Frankreich und so läuft frankophilen Gourmets bei Gerichten wie dem „Chèvre Chaud“ oder „Coq au Vin mit Kartoffelpüree“ schon beim Lesen in der Karte das Wasser im Munde zusammen. Auffallend ist zudem die große Auswahl an Fischgerichten – eine schöne Alternative zu den fleischlichen Genüssen. Den süßen Abschluss bilden Desserts wie „Tarte Tatin“ oder – für Freunde zünftiger Schmankerln – „Kull´s Kaiserschmarrn mit Apfelkompott“. Wer dann noch ein wenig Platz im Magen übrig hat, kann denselben mit einer feinen Käseauswahl schließen – allerdings sollte man ein bisschen Luft lassen, denn immerhin stehen noch süffige Dessertweine und Digestifs zur Verköstigung bereit.

Obwohl in der Küche französisch inspiriert, hat man sich bei der Weinauswahl eher auf deutsche, österreichische und italienische Weine konzentriert – verschiedene Champagner und einige Rotweine einmal ausgeschlossen. Auch für die Liebhaber des Rebensaftes ist gesorgt und so gibt es neben den typischen Vertretern auch eine tolle Auswahl an Großen Gewächsen und Beerenauslesen. So wird nicht nur bei hungrigen, sondern auch bei durstigen für ein glückliches Gefühl gesorgt.

Und dieses „glücklich sein“ ist auch das Ziel, hier im Buffet Kull. Egal, ob in größerer und fröhlicher Runde oder für das romantische Date im Kerzenschein – das Restaurant bietet den idealen Rahmen um das „savoir vivre“ Frankreichs zu spüren, zu schmecken und nach dem Besuch angefüllt mit Leckereien und Lebensfreude wieder hinaus zu treten – in die Dunkelheit der stillen Straße und die Kälte der Münchner Winternacht.

Website: buffet-kull.de