Barkarte des Monats: Die Salut Bar in Berlin

Geschrieben von

Salut und herzlich Willkommen in einer Berliner Institution: Schon seit zehn Jahren setzt die Bar in Schöneberg auf unprätentiöse und einfach gute Drinks – ohne Schnickschnack und Chichi. Uneitel wird hier der Hut vor echtem Barhandwerk gezogen und die Atmosphäre aus den 1920er und 30er Jahren perfekt eingefangen. Dejan Spasovski und sein Team haben uns in die neue Barkarte eingeführt, die man auf die Schnelle auch mal als Terminkalender verwenden kann.

Es gibt Bars, die schon beim ersten Mal diesen besonderen „Lieblingsbar-Charakter“ haben. Bars, in denen man sich einfach Willkommen fühlt, die einen mit offenen Armen empfangen und gefühlt nie wieder loslassen. Die Salut! Bar in Berlin ist so eine.

Die Fenster sind mit schweren Vorhängen vor neugierigen Blicken geschützt, und eine Klingel sorgt für einen intimen Charakter. Die Einrichtung ist klassisch, im Stil der 20er und 30er Jahre gehalten. Schöne Art-Déco Elemente unterstreichen die Atmosphäre. Die Beleuchtung ist dezent. Man kann hier in den großen Chesterfield Sofas versinken, direkt an der Bar Platz nehmen oder an den kleinen Tischen sitzen.

Das Team ist liebenswürdig, zeitgleich zurückhaltend und frei von Bartender-Allüren. Das Zusammenspiel hinter der Bar gleicht einem Tanz. Gemeinsam haben sie vor einigen Wochen die neue Karte fertiggestellt. Das Leder hat Bar-Inhaber Dejan Spasovski selbst ausgewählt. Angenehm und weich liegt es in der Hand, die Seiten werden mit Messingringen zusammengehalten. Als ich die Karte aufklappe finde ich… Einen Kalender!

Hinter jedem der zwölf Monate verbirgt sich ein Getränk, das die Seele des Monats widerspiegelt: Ich entschied mich für den „September“. Hier vereinen sich Whisky, Wermut und hausgemachter Orangenlikör. Die Mixtur wird in eine Karaffe gefüllt und darin geräuchert. Die Farbe des Getränks gleicht den Farben des goldenen Herbstlaubes, und der Vanille-Rauch erinnert an einen herbstlichen Nebel. Dazu gab es ein Schälchen gepoppte Maiskörner. Die Erntezeit von Mais ist im Allgemeinen nämlich…jawoll, der September!

Jeder einzelne Drink hat eine individuelle Geschichte. Die Liebe zum Detail wird hier großgeschrieben, und die Drinks werden mit kleinen Extras serviert. Wie beim Monat „August“: Bekannt für seine zahlreichen Sternschnuppen wird der Drink aus Gin, Pfirsichlikör, Grapefruit Cordial, und einer Salzlösung funkelnd präsentiert, d. h. ein kleiner Stern wird vom Bartender am Glas entzündet. Ist dieser erloschen, erwartet einen ein geschmackliches Highlight.

Das Kalenderjahr im Salut! hat übrigens dreizehn Monate. Vielleicht ist dieser Drink auch etwas für das dreizehnte Monatsgehalt. Preislich hebt sich der letzte Drink zunächst ab, doch die silberne Cloche und die Zutaten lassen etwas Besonderes erahnen. Tasmanischer Honig, dass weiß ich zumindest, ist eine Rarität. Plötzlich stand die silberne Cloche vor mir und ich hob ehrfürchtig die Haube. Ein Tumbler mit einem großem klaren Stück Eis und allerlei Schätzen darin, diese solltet ihr in der Salut!Bar allerdings am besten selbst erkunden.

Website: salut-berlin.de