Bayerische Tapas im Bapas München

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Bayerische Tapas, wie geht das denn? Getreu dem Motto „Honey, we shrunk the food!“ gibt es im neu eröffneten Bapas in der Leopoldstraße bayerische Klassiker in Miniatur. Die ehemalige Brasserie Maurer hat Besitzer und Konzept gewechselt, serviert werden nun nicht mehr französische, sondern bayerische Spezialitäten nach dem Sharing Prinzip.

Das stylische Design im Bapas sticht sofort ins Auge. Bayerisch muss nicht altbacken und verstaubt sein. Gediegenes Licht, gemütliche Sessel und kuschelige Sitznischen. Modernes Design trifft hier auf neu interpretierte Klassiker der bayerischen Küche. Neben Frühstück, Kuchen und einem ausgewogenen Mittagsangebot gibt es ab 18 Uhr bayerische Tapas. Hier könnte der neue Hotspot auf der Leopoldstraße entstehen.

Auf der Karte findet man geschrumpfte Lieblingsgerichte wie das Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und Preiselbeeren, einen Leberkas mit Wachtelei und Obazter mit Mini-Brez’n. Also perfekt für alle Liebhaber der bayerischen Küche, die sich nicht für ein Gericht entscheiden können oder wollen. Auch die obligatorischen Kasspatz’n im Pfanderl sind vertreten. Ausgefallener und wesentlich beeindruckender sind dann aber doch die Entenkroketten mit roter Zwiebelmarmelade. Hierfür werden die Entenbrüste 10 Stunden lang bei 80° geschmort und dann zusammen mit einer Bechamel in die typische Krokettenform gebracht. Auch das knusprige Wammerl mit bayerischem Kraut und Mini-Semmelknödel schmort 14 Stunden in einem Sud aus Kräutern und wird dazu noch in Bier mariniert. Arbeit und Liebe, die in die Gerichte fließen, lohnen sich – man schmeckt sie nämlich.

Das Küchenkonzept stammt von Daniel Schartner und Sebastian Kubary. Letzterer stammt aus Berlin. Berlin und bayerische Küche? Ehrlich? Ja! Kubary konnte nämlich schon in der Hauptstadt sein Können in der bayerischen Küche als Küchenchef im Berliner Hofbräuhaus unter Beweis stellen. Inhaber Nikolaus Doerr schwärmt in den höchsten Tönen von den beiden: „Ohne die zwei gäbe es das Bapas nicht! Am Ende des Tages zählt Ehrlichkeit, das ist der Schlüssel, das wollen wir unseren Gästen bieten, damit sie Spaß haben.“

Zukünftig soll es immer wieder auch neue Tapas auf der Karte geben. Hoffentlich aber ohne, dass die Schlosserbuam im Bierteigmantel eliminiert werden. Dieses Dessert hat uns absolut überzeugt, auch wenn wir mit dem Namen erstmal nichts anfangen konnten. Getrocknete Pflaumen werden mit Walnüssen gefüllt, in Rum eingelegt und anschließend im Bierteig ausgebacken. Dazu gibt es Vanilleeis. Achtung, hoher Suchtfaktor!

Besonders begeistert hat uns das ausgefallene Getränkekonzept. Das macht  das Bapas nicht nur zum Essen, sondern auch für ein paar Drinks mit Freunden oder Kollegen zur perfekten Location. Ob Limo von Eizbach, das Isar Bier oder Perlwein aus der Fritz Müller Edition, der Besitzer wählt seine Partner sorgfältig und bewusst aus. Regional ist ihm wichtig und auch, wenn nicht immer alles regional bezogen werden kann, zieht sich dieser Gedanke durch die gesamte Karte.

Die Weinkarte wurde von Guido Walter gestaltet, der in München eine Weinhandlung betreibt und vom Inhaber nur gelobt wird. Als Aperitif unbedingt einen dieser beiden probieren: „Der dicke Fritz“, ein Müller-Thurgau, der nach der méthode rurale zum Schaumwein avanciert oder „Alpenglühen“ mit Gin, Radischenzeste und Zitronenthymian. Dieser, wie auch der Blueberry Nights mit Monkey 47, Monaco Tonic, Blaubeeren und frischer Minze, stammt aus der Karte mit rein bayerischen Spirituosen und dem verheißungsvollen Namen „Von unseren Freunden aus der Vorstufe zum Paradies“.

Das Bapas bietet ein rundum gelungenes Konzept und ist für bayerische Tapas oder kreative Drinks definitiv eine unserer neuen Lieblingslocations in Schwabing.

Webseite: http://bapas-muenchen.de/