Isländische Kaffeegrüße aus der Au: Velkomin im Café Blá

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Münchens kulinarisches Spektrum reicht schon ziemlich weit über den Weißwurstäquator hinaus; seit Anfang des Jahres geht es noch weiter: mit dem Café Blá gesellt sich Island dazu. Viel Liebe für die nordische Küche und vor allem die hiesige Kaffeekultur machen das kleine, blaue Café in der Au zum Hotspot für Skandinavienfans und Kaffeejunkies. Was die Island-Kaffeekultur und damit das Café Blá so besonders macht? Wir haben bei Inhaberin Stephanie nachgefragt.

Café Blá steht für…?

Blá steht auf Isländisch für die Farbe Blau, die Farbe des Vertrauens und der Gelassenheit. Bla erinnert auch an ein leichtes, ungezwungenes Gespräch.

In München gibt es viele Cafés – warum braucht München das Café Blá?

Es gibt nie genug Cafés, vor allem nicht in München! Nein, aber ehrlich gesagt… Ich glaube, dass unsere Gesellschaft sehr stark auf den Individualismus setzt. Jeder hat seinen Alltag, und oft viel Hektik. Umso wichtiger ist es für mich, einen Ort zu schaffen, an dem Leute Zusammenkommen und dieses Gesellschaftsgefühl zu spüren bekommen.

Wir gehören zu der Szene des „3rd wave coffee“. Das heißt, dass wir einen starken Fokus auf das Produkt Kaffee legen. Unsere Kaffees werden in Direkt Trade beschaffen, im natürlichen Trommelverfahren in kleinen Mengen hell und schonend geröstet (keine industrielle Röstung) und frisch serviert (zwischen 1 Woche und 1 Monat nach der Röstung). Letztendlich bin ich der Meinung, dass alles mit Kaffee anfängt – ob der Tag, ein Date, ein wichtiges Meeting, Vorstellungsgespräch, Treffen mit Freunden, … deshalb sollten wir dafür sorgen, dass der Kaffee auch besonders gut schmeckt!

Was ist euer Konzept als 3rd Wave Coffee?

Im Café Blá zelebrieren wir die nordische Kaffeekultur, denn die Skandinavier sind auch diejenigen, die am meisten Kaffee trinken (also nicht ohne Grund am glücklichsten sind 😊). Neben Kaffee bieten wir auch isländische Spezialitäten wie Skyr-Kuchen, Schoko-Lakritz-Kuchen und isländische Zimtrolle an, alle Produkte werden im Café immer frisch und soweit wie möglich mit regionalen oder Bio-Zutaten hergestellt. Seit Ende Juni haben wir auch ein Mittagsangebot basierend auf gesunden Bowls gestartet. Außerdem legen wir viel Wert auf Persönlichkeit. Deshalb finden sich im Café viele persönliche Gegenstände, wie die Zuckerdosen, die von meiner Mutter bemalt wurden, oder der Honig aus der Imkerei meines Bruders.

Warum wolltest du unbedingt ein Café eröffnen?

Ich hatte schon länger den Traum eines eigenen Cafés. Nach einigen Jahren Berufserfahrung als Ingenieurin habe ich es gewagt, meinen Job zu kündigen und meinen Traum zu verwirklichen. Ich bin halb Französin, halb Isländerin und wollte mit meinem Café vor allem meine isländische Kultur ausdrucken. Es geht mir hier vor allem darum, Menschen zusammezubringen. Sowohl im Café-Geschäft als auch im Rahmen von Veranstaltungen, die ich abends organisiere, wie Veranstaltung, Lesungen, Konzerte oder Kaffeeschulungen.

Warum sollten dich möglichst viele Münchner im Café Blá besuchen?

Es ist ein Stück Island an der Isar! Ein ruhiger Ort, an dem jeder willkommen ist, sich entspannen kann, allein oder in Gesellschaft, … Wir duzen alle unsere Gäste, weil ich der Meinung bin, dass wir alle Menschen sind und gleichberechtigt sind. Jeder ist willkommen und darf sich hier wohl fühlen. Ganz klare Regel haben wir nicht unbedingt, zum Beispiel ob der Gast am Tresen oder am Tisch bestellen soll. Es entwickelt sich ganz natürlich, als würde sich jeder ein bisschen wie zuhause fühlen.