Wenn die mediterrane Küche den Kebab küsst: Megan’s Restaurant

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Zwischen Fußball-Fans des FC Chelsea, den Stars der Britischen Reality-Show Made in Chelsea und Nobelkarossen lädt ein kleines Nachbarschafts-Restaurant im Westen Londons ganzjährlich zu romantischen Stunden in mitten eines Rosengartens: willkommen bei Megan’s. Bei mediterranen Grillgerichten, kreative Kebab Variationen kommen auch in der Schlechtwetter Hauptstadt Sommergefühle auf.

Passiert man die ikonische Kings Road in Londons Stadtviertel Chelsea, wirkt Megan’s Restaurant wie ein Mix aus niedlichem Mitnahme-Café und überteuertem Vintageshop; auf den ersten Blick irgendwie deplatziert zwischen all den Luxus Boutiquen und Nobelrestaurants. Sieht man jedoch genauer hin, verbirgt sich in dem kleinen blauen Häuschen wohl eines der romantischten Restaurants in London. Vorbei an hausgemachtem Gebäck und allerlei Krimskrams führt der Weg in den nostalgisch dekorierten Hinterhof-Garten. Beheizt und überdacht lädt dieser das ganze Jahr über zu romantischen Stunden in einem pastellfarbenen Blumenmeer. Hier gehen rosa Mädchen Träume in Erfüllung. Doch bei aller Liebe für romantischen Shabby-Chic: In Sachen Interieur kratzt Megan’s schon stark an der Kitsch-Grenze. Doch sobald es ans Eingemachte geht, ist damit Schluss: So lieblich das Ambiente, so rustikal die Speisen.

Megan’s Restaurant ist ein Ganztageskonzept mit Fokus auf mediterrane Küche. Hierbei versucht das Küchenteam jedoch nicht dem Italiener von der Ecke Konkurrenz zu machen, sondern die südlichen Geschmäcker neu zu interpretieren: ein bisschen britisch, ein bisschen orientalisch und hier und da eine Prise griechischer Aromen. So zeigt ein Blick auf das Menü, dass Brunch, Luch und Dinner bei Megan’s deutlich von der britischen und der fernöstlichen Küche dominiert werden. Während zum Start in den Tag zahlreiche Variationen von Eiern, Pancakes und der israelischen Shakshouka serviert werden, konkurrieren in den Abendstunden Kebab, Falafel und Co. mit Steak und Fisch vom Grill um den Titel als kulinarischer Höhepunkt. Wer sich zwischen fernöstlich und britisch nicht entscheiden kann, oder will, wird Gefallen an den kleinen Platten finden, die zum Prinzip des Sharing-Dinners konzipiert sind.

Wir haben unseren mediterranen Abend mit Grüßen aus Fernost mit Gambas in Chili-Knoblauch Sauce und gegrilltem Ziegenkäse mit Pistazien, Honig und Feigen begonnen. Beide Gerichte waren reich an Aromen, jedoch fast schon so reich, dass die eigentliche Hauptkomponente geschmacklich in den Hintergrund geriet. Vor allem die Gambas konnten genauso gut als Knoblauch-Süppchen mit Gambas Einlage durchgehen.

Zum Hauptgang entschieden wir uns für Klassiker von Meer und Land: Rib Eye Steak und Schwertfisch vom Grill. Wie auch schon bei den Vorspeisen, waren die Portionen reichlich. Doch anders als beim ersten Gang, waren nun die Rollen klar verteilt. Produkte mit einer herausragenden Qualität, deutliche Röstaromen des Holzkohlegrills und ein optisch ansprechendes Grillergebnis – die Hauptspeisen überzeugten uns auf ganzer Linie. Und auch die Beilagen, in unserem Fall Grillgemüse und Süßkartoffelpommes, standen diesem Eindruck in nichts nach. Auf den Punkt zubereitet, mediterran gewürzt und harmonisch abgeschmeckt, erwiesen sie sich als würdige Begleiter.

Auch wenn das Thema britisch versus orientalisch nicht bis zum Dessert durchdrang, die Idee der Gegensätze blieb: Süß trifft salzig, heiß küsst kalt, weich gesellt sich zu knackig. Wir entschieden uns für selbstgemachtes Salted-Caramel Eis, welches, abgesehen von der heißen Komponente, alle Geschmackskontraste in sich vereinte – ein würdiger Abschluss zu einem Menü voller kulinarischer Gegensatzpaare.

Insgesamt ist das Megan’s in Chelsea ein Restaurant das definitiv eines zweiten Blickes bedarf, um verstanden zu werden. Wer hierfür bereit ist, wird sowohl in Sachen Atmosphäre als auch Küche belohnt. Freut euch auf einen besonderen Restaurantbesuch, der sicher noch die ein oder andere Überraschung bereithält.

Website: Megan’s Restaurant