Der Winter kann kommen: 7 Mal drinnen aufwärmen in München

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Genauso wie wir uns bei strahlendem Sonnenschein nach einem Örtchen unter freiem Himmel sehnen, freuen wir uns bei langsam arktischen Kälten über ein Plätzchen mit Dach über dem Kopf. Nein, solche befinden sich nicht nur auf Sofa, Bett und Schaukelstuhl – in Münchens Café-Szene gibt es den ein oder anderen Unterschlupf, der den Schlecht-Wetter-Blues vor lauter Gemütlichkeit vergessen lässt. Das sind unsere sieben Favoriten.

#1 SobiCocoa

Schokolade gut, alles gut: Wie es der Name schon sagt, spielt im SobiCocoa Kakao die Hauptrolle. Lavendel, Chili, Rose oder Haselnuss? Die Trinkschokoladen in jeglichen Geschmacksrichtungen sind das Aushängeschild in dem hübschen Ladencafé in der Maxvorstadt. Ebenso üppig wie das Angebot an Trinkschokoladen ist die Auswahl an Tee; perfekt zum Aufwärmen an Regentagen! Dazu gibt es Frühstück, Salate, italienische Sandwiches sowie Pasta. Serviert wird das Ganze in einem Ambiente, das entweder von Omas Dachbodenentrümplung oder einem sehr erfolgreichen Flohmarktshopping stammt, denn im Sobi Cocoa kann man sich an all dem Sammelsurium an Bildern, Geschirr und Accessoires gar nicht satt sehen. Wenn doch, schnappt man sich am besten einen der Schaufensterplätze, die wie gemacht sind um sich zurückzulehnen und das Straßentreiben zu beobachten – oder den Regen ganz gemütlich beim Plätschern zu beobachten.

#2 Baal

Seit den 80er Jahren hat sich das Eckhaus zwischen Kreitmayr- und Erzgießereistraße in der Münchner Maxvorstadt von einer urigen Boazn mit Stammtischgästen in ein italienisch-bayerisches Literatur- und Billard-Restaurant, Pub, Café verwandelt. Im Baal, benannt nach einem Theaterstück von Brecht, wird mediterrane Küche zwischen Spanien und Italien serviert. Eine Standardkarte gibt es dabei nicht; das Menü wird täglich mittags und abends neu geschrieben. Literaturfans können sich dabei in der Gaststube in Mitten einer kleinen Bibliothek niederlassen, während Spielekinder eingeladen sind, sich im Saal um den Billard-Tisch zu versammeln. Im Laufe seiner fast 40-jährigen Geschichte hat sich das Baal zum Nachbarschaftstreff mit treuer Stammkundschaft entwickelt. Doch genauso bunt wie die Bücherauswahl ist auch das Publikum, sodass man schnell seinen Platz im Restaurant findet. In solch einem Wohlfühlambiente mit so zahlreichen Unterhaltungsangeboten und bester kulinarischer Versorgung ist Schlecht-Wetter-Blues ein Fremdwort.

#3 Genussmacher

Einst ein Getränkemarkt, heute die Heimat des Genussmachers von Schwabing. Ob es die dezente Lounge-Musik ist, der stylische und doch dezente Mix aus warmem Holz, bunten Kissen und weißen Stühlen oder die Freundlichkeit des Herrn Genussmachers höchstpersönlich: In dem Tagescafé in Schwabing will man sich sofort auf eines der Sofas kuscheln und sich wie zu Hause fühlen. Dank der offenen Gestaltung, ist Platz für Mami-Treffs wie Lerngruppen. Doch auch im Alleingang fühlt man sich nicht verloren; und falls doch, gibt der Genussmacher sein bestes dies zu ändern. Zum Beispiel mit seinen Leckereien in BIO-Qualität, die er allesamt eigenhändig und frisch zu bereitet – von den kreativen Frühstücksbowls bis zum täglich wechselnden Tagesgericht. Nur seine frischen Kuchen stammen nicht aus der Küche des Genussmachers; hierfür vertraut er auf die Backerfahrung seiner Mama. Wenn das gute Wetter eine Pause einlegt, heißt es: zurücklehnen und genießen, was der Genussmacher macht.

# 4 Stereo Café

Im Erdgeschoss vom Stereo Muc gibt es Männermode vom Feinsten zu bestaunen. In der ersten Etage, im Stereo Café, kann man einen Blick auf die Flanierenden auf der Residenzstraße werfen– und das bei bester Unterstützung durch Kaffee und Kuchen, Smoothies und Snacks. 2014 haben Arnold Jäger Werner (bekannt durch die James T. Hunt Bar, dem Bob Beaman und dem Flushing Meadows) und Neuner-Duttenhofer das Ladengeschäft, ursprünglich eine alte Confiserie, in den Conceptstore verwandelt. Das Café ist über eine Wendeltreppe im Store zu erreichen. Stylisches 50er Jahre Interieur, zarte Töne und die großzügige Glasfront lassen die Räumlichkeiten wie eine Galerie erscheinen. Praktisch, dass kulinarische und visuelle Kunstwerke nicht weit sind: Sowohl dem selbstgemachten Kuchen als auch dem Treiben auf der Residenzstraße kann man sich durchaus das ein oder andere Stündchen widmen.

# 5 Tushita Teehaus

Mit einem Angebot von über 150 Sorten, Zubehör und Seminaren zelebriert das Tushita Teehaus die Kultur des Teetrinkens in all ihren Facetten. Neben der Welt des Tees, ist das hübsche Café im Glockenbachviertel der veganen Ernährung verschrieben. So werden zu Earl Grey und Co. ein täglich wechselndes veganes Menü sowie vegane Kuchen angeboten. Doch Vorsicht: Die trockenen Kuchen sind dabei wirklich trocken; geschmacklich reichen sie ihrer konventionellen Konkurrenz aber allemal das Wasser. Besonders groß wird im Tushita Teehaus der Matcha-Tee geschrieben, der so original wohl selten in München zu finden ist. Damit das Teeerlebnis anschließend auch zu Hause optimiert werden kann, sind Geschirr und Tees direkt im Laden erhältlich – die Einführung der Experten inklusive. Und da diese bei solch einer Auswahl durchaus ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt, eignet sich Tushitas Teehaus bestens kalte Schneestürme zu überbrücken.

#6 Café Reed

In Großbritannien ist die Tea Time am Nachmittag eine heilige Zeit; im Café Reed wird klar warum. Jukia Huber alias Jues eröffnete ihr Café 2014 für Gäste,  die nach ausgiebigen Shoppingexzessen in Schwabing Verschnaufpause suchen, sowie für Leseratten, die auf der Suche nach Klatsch und Tratsch sind – daher auch der Beiname Coffee and Magazines. Auf den Tisch kommt alles, was der Chefin gerade so in den Sinn kommt. Einmal asiatische,  ein anderes Mal vegane und zwischen drin vielleicht auch einmal bayerische Küche. Geht es jedoch ans Eingemachte, oder besser gesagt ans Gebackene, zeigt sich Jules Britische Herkunft. Victoria Sponge, Scones, Shortbread: Die Londonerin beweist, dass auch die verpöhnte englische Küche das ein oder andere Schmankerl zu bieten hat. Wer sich selbst davon überzeugen will, sollte sich ein Ticket für die nächste Afternoon Tea Party sichern. Ein Nachmittag voller sündiger Leckereien, wärmendem Tee und 50er Jahre Brit Chic Flair – selbst die Queen wäre zweifellos amused.

#7 Café Käthe

Halb Galerie, halb Café herrscht im Cafe Käthe ein inspirierendes Flair. Wo vorher ein Tante-Emma-Laden die Nachbarschaft mit dem Nötigsten versorgte, hat sich in den letzten acht Jahren das Café Käthe als Künstler-Café zu einem beliebten Treffpunkt in der Au etabliert. An die Vergangenheit erinnern heute vereinzelte Möbelstücke, allen voran die nostalgische Verkaufstheke. Da das Café vor allem bei der Nachbarschaft beliebt ist, herrscht fast schon eine familiäre Atmosphäre, in der aber auch jeder Neuankömmling herzlich aufgenommen wird. Neben dem Treiben des herrlich bunten Publikums, sorgen die kleine Bibliothek, deren Bücher auch mit nach Hause genommen werden dürfen, sowie die Kunstwerke an den Wänden für Abwechslung beim Kaffee und Kuchen Genuss. Solltet ihr nach einem Spaziergang durchgefroren sein: Buch schnappen, ins Schaufenster kuscheln und die Wohlfühlatmosphäre des Café Käthe genießen.