Too Good To Go: Die App gegen Lebensmittel-Verschwendung

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Nicht nur zu Hause, sondern vor allem auch in Restaurants werden täglich Massen an einwandfreien Lebensmitteln weggeworfen. In der einen Minute bezahlen die Gäste noch reguläre Preise für Speisen, in der nächsten wandern diese direkt in den Müll. Schließlich muss am nächsten Tag alles wieder frisch sein. Too Good To Go macht Schluss damit.

Die App rettet fertige Restaurantgerichte vor dem sicheren Tod in der Tonne. Gleichzeitig erfreut sie unseren Geldbeutel mit Schnäppchenpreisen für Luxusgerichte. Wir haben die App und ihre Gründer unter die Lupe genommen.

Liebe Teresa, wer steckt hinter Too Good To Go?

Gegründet wurde Too Good To Go von fünf Freunden. Die Idee dazu entstand beim Besuch eines Buffet-Restaurants. Gastronomische Betriebe mit Kunden per App zu vernetzen, um Lebensmittel zu retten, war zwar komplett neu, erschien uns aber einfach nur naheliegend.

Warum brauchen wir Too Good To Go?

Global wird mehr als ein Drittel aller produzierten Lebensmittel unnötig weggeworfen, in den Industrieländern ist der Anteil leider noch viel höher. Dieser sinnlosen Ressourcenverschwendung wollen wir begegnen. Wir setzen uns mit unserer Lösung für eine Welt ein, in der produzierte Lebensmittel auch konsumiert werden.

Wie funktioniert die App?

Das Ganze funktioniert so, dass Restaurants und andere gastronomische Betriebe ihr überproduziertes Essen über unsere App zu einem vergünstigten Preis verkaufen können, anstatt es entsorgen zu müssen. Die Kunden kaufen die Portion direkt über die App und brauchen dann nur noch im angegebenen Zeitfenster ihr Essen abholen. So bekommen die Kunden eine tolle Mahlzeit für durchschnittlich 3,50€, lernen neue Läden kennen und können nachhaltig konsumieren. Also ein sehr einfaches Prinzip und eine schöne Win-Win-Win-Situation, denn Restaurant, Kunde und die Umwelt profitieren alle davon.

Harte Akquise oder eigenes Interesse: Wie findet Ihr kulinarische Restaurantpartner?

Unser Konzept ist neu und innovativ. Obwohl die Vorgänge extrem unkompliziert sind, müssen die Gastronomen sich erst einmal mit der Idee vertraut machen und von der Win-Win-Win-Situation überzeugen. Aber je bekannter wir werden, desto einfacher funktioniert die Überzeugungsarbeit. Mittlerweile kommen täglich einige Restaurants und andere gastronomische Betriebe von sich aus auf uns zu. Somit haben wir eine Mischung aus Akquise und proaktiven Restaurants. 

Was waren Eure Highlights im ersten Jahr Too Good To Go?

In einem Startup laufen natürlich viele Dinge nicht so wie geplant. Aber das macht es ja auch spannend, da man so flexibel bestimmte Abläufe neu überdenken und andere Strukturen etablieren kann. Unsere klaren Highlights: Die erste Million gerettete Mahlzeiten, die wir im Juni erreicht haben. Und jetzt, vor zwei Wochen, folgte schon die zweite Million. So kann es weitergehen!

Zum Abschluss ein Blick nach vorn: Wie geht es mit Too Good To Go weiter?

Wir wachsen sehr schnell und freuen uns auf die nächste Zeit, die sicher sehr spannend wird. Zunächst einmal wollen wir Too Good To Go so schnell wie möglich überall in Deutschland anbieten können. Dafür freuen wir uns natürlich auch, wenn gastronomische Betriebe sich bei uns von sich aus melden, da wir selbst natürlich nicht überall gleichzeitig sein können. Wir arbeiten auch daran, unser Angebot immer weiter zu verbessern und z.B. mehr Filteroptionen in der App anzubieten. Letzten Endes ist unser Ziel, mit Too Good To Go weltweit Lebensmittel zu retten. 

Im Anschluss an das Interview mit Teresa von Too Good To Go mussten wir uns selbstverständlich auch gleich selbst von der App überzeugen. Download und Registrierung waren schnell passiert, sodass wir uns schon wenig später durch das Angebot swipen konnten. Wichtig zu wissen: Das Restaurantangebot differenziert sich sehr stark von Stadt zu Stadt. Wir haben die App in Basel getestet und waren von der Auswahl sehr positiv überrascht. Unsere finale Wahl fiel auf Sushi und Salat – gewählt, bestellt.

Die Bezahlung erfolgte anschließend, wie wir es von gewöhnlichen Lieferdiensten kennen, bequem per Kredikarte oder PayPal. Wenig später wurde das Essen auch schon geliefert – heiß, frisch und lecker. Definitiv kein Fall für die Tonne! Insgesamt haben wir im Vergleich zum Originalpreis fast 75 % gespart und dabei keine Qualitätseinbußen in Kauf nehmen müssen. Wir waren begeistert! Nicht zuletzt, da es sich einfach gut anfühlt, beim Dinner einen Beitrag zur Senkung der Lebensmittelverschwendung geleistet zu haben.

Und solltest Du selbst ein Restaurant haben oder für eines arbeiten, setz dich doch am besten heute noch mit den Too good to go-Machern in Verbindung und sorge so auch Du dafür, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren!

Alle Informationen findest Du auf der Website von Too Good To Go.