Klassisch-französische Küche im Café du Sommelier

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Oui, bien sûre, arrogant sind sie und selbstverliebt und sprachenavers und was man nicht noch so alles über die Franzosen schimpft… Aber neidlos muss man zugeben: Gutes Essen kennen und machen sie schon. Nichtsdestotrotz, hat man mal ein wenig Zeit in Frankreich verbracht, fühlt sich das französische Essen in deutschen Restaurants immer eher so semi-authentisch an. Weniger rohes Fleisch, weniger rohes Ei, weniger Schnecke und weniger Kalbskopf. Ein bisschen angepasst an den deutschen Gaumen eben.

Umso freudiger stimmte der Besuch im Café du Sommelier in Düsseldorf und umso schöner war der Anblick der Menükarte, denn die sieht wirklich ganz nach klassischer französischer Küche aus. Und nicht nur die Karte, sondern auch das Ambiente katapultiert einen instantannément in eine französische Brasserie. Mit viel Holz, vielen Spiegeln, großem Tresen und Bistrotischen, die so eng stehen, dass sie rausgeschoben werden müssen, damit man sich auf die Bank dahinter setzen kann. Und das, so wissen wir aus eigener Erfahrung, wird einem in einer typischen Pariser Lokalität ebenso passieren. Schließlich gilt es dort stets, wenig Platz maximal auszunutzen. Und auch wenn es im Café du Sommelier eigentlich deutlich mehr Platz gibt als in einem durchschnittlichen Pariser Bistro, erhöhen die kleinen Tischchen und die Ellbogen-an-Ellbogen-Sitzordnung die Authentizität des Restaurants.

Im Oktober eröffnete das Andreas-Quartier in der Landeshauptstadt seine Pforten und beherbergt seitdem nicht nur einen Wohnkomplex, sondern auch das Hyatt House und einige Gastronomien, darunter das zur gleichen Gruppe wie das Café du Sommelier gehörende Mash Steakhouse. Dass die beiden Restaurants irgendwie etwas miteinander zu tun haben, merkt man auch an der entsprechenden Architektur: Durch einen langen Flur kommt man von einem in das andere Lokal und kann dort auch zwei der vier begehbaren Weinkühlschränke bestaunen, die mehr als 1200 Flaschen bester Tropfen beherbergen. Nicht nur Franzosen übrigens, sondern Spezialitäten aller Art und Herkunft.

Beim kleinen Rundgang durch die heiligen Hallen erfahren wir von Rienne Bilz, der Restaurantmanagerin und Chef-Sommelière, dass der untere Teil des Cafés morgens unter anderem auch das Frühstücksbuffet für die Nachbarn des Hyatt Houses übernimmt. Der Wintergarten mit angrenzender Terrasse, Olivenbäumchen und viel Kaffeehaus-Chic lädt zum Verweilen ein. Die aus der hauseigenen Bäckerei stammenden Backwaren bilden die Grundlage des in Frankreich sonst eher karg ausfallenden petit déjeuner, der ersten Mahlzeit des Tages. Köstliche sogenannte Brunch-Teller des Café du Sommelier werden mit einer kleinen, feinen Auswahl an Gebäck wie Pains au Chocolat oder Croissants, Käse und dazu ein bisschen Charcuterie, also Wurst oder Schinken, bestückt. Dazu kann man Omelettes und andere Eierspeisen bestellen; wer es plus chic haben will, bestellt Austern stückweise oder im halben Dutzend. Je nachdem wie die Laune ist, kann man die Krustentiere dann mit einem Blanc de Blancs vom Gut Hermannsberg oder einem frischen Smoothie herunterspülen.

Nun gut, genug geplaudert –  vite, vite! Zurück zur eigentlichen Affaire, dem Abendessen.  Die Menükarte bietet von Hors d’Œuvres über kleine und große Hauptspeisen, für eine oder mehrere Personen, Desserts und Käse eine bunte Auswahl an Klassikern. Wir starten fröhlich und gespannt mit einer Paté du Sommelier garniert mit kleinen Cornichons, Saucisson sec, also Hartwurst mit grobem Senf, und Wachteleiern mit grobem Salz aus der Bretagne. Ein gutes Glas Rotwein darf natürlich nicht fehlen. Ein exzellenter Start.

Der nächste Gang besteht aus Schnecken in Knoblauch-Wein-Tomatensauce und Moules Frites, wobei die Frites eher Frites Allumettes sind und mit Trüffelmayonnaise serviert werden.  Wir probieren uns noch durch die Boudin Noir, Blutwurst mit Kartoffelstampf und gegrilltem Apfel, sowie die Merguez-Würste mit Belugalinsen und Spitzkohl.

Aber was wäre ein gelungenes französisches Dinner ohne die unglaublich guten Desserts und die weltberühmte Patisserie unserer Nachbarn im Westen? Eine Farce! Und genau deswegen werfen wir noch schnell einen Blick in die Vitrine. Wir suchen uns Eclairs mit weißen Schokoraspeln, Macarons mit Kokos und Schokolade sowie eine Kugel des hausgemachten Eises aus und fragen uns, ob nicht doch noch eine Tarte tatin, das Äquivalent zum deutschen Apfelkuchen, in unsere Mägen passt… Mais non, genug.

Merci beaucoup, c’était un plaisir. Wir kommen gerne auf das ein oder andere französische Schmankerl wieder!

www.cafedusommelier.de