Gestatten, Arthur Hooper: Einst Obstladen, nun Markt-Restaurant

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Bei einem Besuch in London, kommen Genießer am historischen Borough Market an der London Bridge nicht vorbei.
Mediterrane Rezepturen, historisches Ambiente, intimes Flair: Der Wandel vom Obstladen zum Restaurant steht der Stoney Street 8 ausgezeichnet – und schmeckt zudem vorzüglich.

Im Viktorianischen Zeitalter, als der Borough Market wohl als zentraler Lebensmittelumschlagplatz in London zählte, führte Arthur Hooper einen kleinen Obstladen unweit, aber doch ein wenig abseits, des Trubels auf dem Markt. Wer den überfüllten Gassen und dem hektischen Treiben zwischen den vielen Verkaufsständen entfliehen wollten, war Stammgast bei dem charmanten Briten. Dieser Wind der Ruhe vom Großstadtchaos weht auch heute wieder in den Gemäuern der Stoney Street 8 – doch dieses Mal gibt es bei Arthur Hopper viel mehr als nur Obst und Gemüse.

Küchenchef Lale Oztek serviert moderne, europäische Küche mit türkischen, italienischen und spanischen Einflüssen. Beim Sharing-Dinner werden kleine Gerichte gereicht, bei denen mediterrane und orientalischen Aromen perfekt fusionieren. Alle Zutaten bezieht Lale vom benachbarten Borough Market. Die Lage in unmittelbarer Nähe zu den historischen Markthallen sind für den Koch gleichzeitig Privileg und Herausforderung: „Ich kann es kaum erwarten, meine mediterranen Kreationen in diesem historischen Ambiente zu präsentierten – gleichzeitig es nicht einfach, die traditionsliebenden Briten für meine kulinarischen Experimente zu überzeugen“, so Lale Otzek. Auch wenn der Borough Market als Touristenmagnet gilt: Die umliegenden Restaurants zählen auf ihre lokalen Stammgäste. Arthur Hooper’s möchte beides: „Wir freuen uns auf Besucher aus aller Welt und deren Feedback. Daran möchten wir wachsen“.

Lale Otzek setzt auf ständigen Wandel: Länger als eine Woche wird ein Gericht nicht auf seiner Karte zu finden sein. Dafür baut er auf Inspiration von seinen Gästen. Beim Kick-Off Anfang Mai verließ er sich jedoch ganz auf die Geschmäcker seiner türkisch-italienischen Herkunft. Das Ergebnis: Harissa-Butterbohnen treffen auf Ricotta. Lamm-Bulgur-Bällchen schwimmen in Tomatensauce „arrabiata“ und Burrata ruht auf Meerfenchel und Mandeln. Begleitet wird Lale’s Menü von einem exklusiven Weinsortiment aus über 50 Weinen von Liberty Wines, darunter exklusiv erhältliche Vintage-Tropfen.

Neben der Kulinarik, ist bei Arthur Hooper’s auch das Interieur ein wahrer Genuss. Massimo Minale, Architekt und Kreativdirektor bei Buster + Punch, verwandelte die historischen Gemäuer in eine Art rustikales Schmuckkästchen. Inspiration fand er in den Markthallen der viktorianischen Zeit: Stahlkonstruktionen, dunkles Holz, Kopfsteinpflaster. Dieses Bild übersetzte der Italiener in ein stylisches Gesamtkonzept:  ein dunkles Farbspiel an Grautönen, Accessoires im Industrial-Chic und Glaswänden in Gitteroptik. Die Kunstwerke von Matt Small und Dan Hilier lockern dabei das fast schon mystisch anmutende Ambient farblich auf.

Mit dem Prinzip „vom Markt auf den Teller, exotisch in historischem Ambiente interpretiert“, ist Arthur Hooper’s ein vielversprechendes Konzept, das gleichermaßen Genießer mit Vorliebe für lokale wie international Speisen begeistern kann – vor allem, weil es regelmäßig neue kulinarische Welten erkunden lässt. Damit hat auch der Arthur Hooper der Neuzeit großes Potential sich als Lokalstar der Londoner Gastrobranche zu etablieren.

Website: https://www.arthurhoopers.co.uk/