Feine Alpenküche im Lehel: Die Seidelei

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Seidelei

Wer alpenländische Küche genießen will, muss gar nicht weit fahren, denn die gibt es auch im Lehel. Im Restaurant Seidelei steht nur das Beste von dem, was das Alpenland zu bieten hat, auf der Karte. Sommelier Patrick Seidel hat das Lokal einfach mal nach sich selbst benannt. Und weil er sich nicht auf österreichische oder bayerische Spezialitäten einschränken wollte, entschied er sich, den Fokus auf die alpenländische Küche zu legen, die er zeitgenössisch interpretiert.

Patrick Seidel, der aus dem Bayerischen Wald stammt, verrät uns bei unserem Besuch: „Ich liebe die traditionelle, klare Küche. Drei, maximal vier Komponenten sind völlig ausreichend, um einen guten Teller abzuliefern.“ Seine Karriere in den Restaurants großer Luxushotels beendete er bewusst, weil ihm dort alles zu schnelllebig wurde und die richtigen Werte verloren gingen. „Durch den Fokus auf alpenländische Küche kann ich auch mal ein Blutwurz-Teriyaki mit Buttermilch-Radi anbieten. Ich bin weniger eingeschränkt, kann einfach kreativer sein.“

Mit dem eigenen Restaurant im Lehel hat er sich einen Traum erfüllt und ein echtes Juwel gefunden. Am Interieur Design musste nicht viel verändert werden, damit der Laden auch optisch der alpenländischen Küche gerecht wird: Der Vorbesitzer hatte, oh welch Glück und Zufall, bereits eine urige österreichische Hütte eingebaut. Schwere, alte Holzbalken, schöne Deckendielen und ein Hirschgeweih an der Wand – in der Seidelei fühlt man sich als Gast schnell wohl.

Vergebens sucht man beim ersten Besuch nach einem zweiten Gastraum, denn genauso wie auf einer Hütte ist es kuschelig und klein – es gibt nur 20 Plätze in einem einzigen Raum. Genauso klein, aber fein ist auch die Karte. Lediglich drei Vorspeisen und vier Hauptgerichte sind dort zu finden. Fisch, Fleisch und auch vegetarische Gerichte sind darunter. Die kurze Karte wechselt dafür regelmäßig und ist stark davon abhängig, was Seidel so Frisches auf dem Großmarkt bekommt. Deswegen preist die Karte ein „ehrliches Stück Fleisch“ an, dessen tierische Abstammung stetig wechselt. Das kann mal ein Rinderfilet sein, oder auch ein schönes Stück Lamm.

Ein Gericht steht allerdings immer auf der Karte – Seideleis Zwiebelrostbraten. Und das mit Recht! Die Rinderlende ist auf den Punkt gebraten – das Messer gleitet mehr durch das zarte Fleisch, als dass es dieses schneiden müsste. Serviert wird es rustikal in einer gusseisernen Pfanne. Dazu gibt es hausgemachte Spätzle und krosse Zwiebelringe. Der Rohkostsalat kommt in einem coolen Einweckglas an den Tisch.

Wenn der Gastgeber selbst gelernter Sommelier ist, dann vermutet man ganz zurecht, dass auch die Weinkarte sich sehen lassen kann. Im Gegensatz zur überschaubaren Speisekarte wird man bei der großen Weinauswahl schon fast ein wenig überfordert. Bis zu zwanzig offene und über 50 Flaschenweine stehen zur Wahl. Gut, dass Patrick Seidel nicht weit sein kann, und er jederzeit gern bei der passenden Auswahl hilft. Dank der gemütlichen, schon fast familiären Atmosphäre kann es dann auch gut und gerne mal ein Gläschen Wein mehr werden.

Webseite: http://www.seidelei.com/