Mit Leib und Seele: Das Sushi+Soul in München

Geschrieben von

Seit 1999 gibt es das Sushi+Soul schon in der Klenzestraße im Glockenbachviertel. Der Laden war also ein absoluter Pionier, wenn es um das Reiten der Sushi-Welle geht, die ja auf absehbare Zeit nicht abzuebben scheint… Mit hochwertigem Sushi, einer umfangreichen Karte auch warmer japanischer Gerichte, schicker Bar und der weltweit größten Auswahl japanischer Whiskeys hält sich das geräumige Restaurant aus gutem Grund schon fast 20 Jahre ganz oben. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Herzstück des Restaurants, das allein durch seine Größe für ein Sushi-Lokal schon ungewöhnlich ist, bildet die lange Holztafel in der Mitte des Raumes. Man munkelt, dass dort bestimmt 25 Menschen Platz finden. Vorbild hierfür sind die sogenannten japanischen Izakayas. Kneipen, in die man vor allem für Sake und Otsumami (Vorspeisen) geht. Dort bekommt man kurz und knapp  einen Platz am Gemeinschaftstisch zugewiesen. Im Sushi+Soul dagegen, kann man natürlich auch reservieren – und das nicht nur an der langen Tafel , sondern auch an ganz normalen Tischen für verschiedene Gruppengrößen.

Besonders beliebt sind die traditionellen Tatami-Tische. Um hier zu speisen, muss man seine Schuhe ausziehen und entweder im Schneidersitz oder mit den Füßen in einer Aussparung unter dem Tisch Platz nehmen. Diese typisch japanische Art zu dinieren kam so gut an, dass der Tatami-Bereich weiter ausgebaut werden musste, um Platz für mehr Gäste zu schaffen. Auch wir lassen uns hier bei gedimmtem Licht nieder.

Wir starten mit einer kleinen Weinverkostung. Die Weine, ein Weißer und ein Rosé wurden im Auftrag des Sushi+Soul produziert. Ich meine, im Rosé einen Hauch Sake herauszuschmecken, beide haben eine gewisse Süße. Sehr ungewöhnlich. Da das Sushi+Soul eine hervorragend ausgestattete Cocktailbar hat, machen wir erst einmal flüssig weiter. Die Bartender mixen gerne einen der vielen asiatisch inspirierten Drinks, teils selbst kreiert, teils übernommene Rezepte aus japanischen Bars. Der Sake-Sour schmeckt herrlich frisch und spritzig, denn der Sake hat viel weniger Alkohol als ein Whiskey und macht den Sour somit zum perfekten Sommerdrink.

Natürlich  probieren wir auch einen Whiskey-Drink, denn das Sushi+Soul hat, man kann es kaum glauben, weltweit die größte Auswahl an japanischen Whiskeys. Auch das ist ihrer Vorreiter-Position geschuldet, denn von Beginn hat man hier edle Tropfen eingekauft. Der Hype kam aber erst in den vergangenen Jahren auf. So lagern nun, hinter Gittern eingesperrt, Whiskeys für 4- bis 5-stellige Beträge.

Zum Essen wählen wir dann „einfach“ einen deutschen Riesling, denn natürlich gibt es auch klassische Getränkeoptionen. Kulinarisch starten wir mit Otsumami Moriawase, gemischten Vorspeisen. Hühnchen-Teriyaki, japanische Fleischbällchen, zweierlei Seegrassalat (Hijiki und Wakame), Thunfisch-Tataki, Shrimps-Tempura und mehr… das Assortiment ist stattlich und divers, wobei die Fischspeisen die Fleischhappen klar in den Schatten stellen. Eine Portion würziger Kimchi-Dumplings von der Tageskarte bestellen wir extra und sind begeistert von den leicht scharfen, frittierten Teigtaschen.

Als Hauptgang muss es dann natürlich Sushi sein, alles andere wäre Frevel. Für Unentschiedene gibt es eine Reihe an kleineren und größeren Platten zum Teilen, man kann sich aber natürlich auch selbst aus seinen Lieblings-Nigiri, -Maki etc. etwas zusammenbauen. Von Klassikern wie Sake-Maki und Maguro-Maki bis hin zu exotischen Kreationen wie gesalzene Pflaume und Gurke zieht sich die Liste über mehrere Kartenseiten. Hübsch angerichtet serviert werden die kleinen Happen dann traditionell auf Holzbrettchen.

So romantisch der Tatami-Bereich auch ist, so langsam melden sich meine Gelenke dann doch und der Magen ist auch bestens gefüllt. Auf Dessert verzichten wir deshalb, auch wenn es hier ebenfalls viele verlockend klingende Optionen gäbe… ungewöhnliche Eissorten zum Beispiel, wie Macha oder Azuki, besser noch im Reisteig gebraten. Naja, das nächste Mal dann.

Wer im Sushi+Soul erst so richtig auf den Geschmack gekommen ist, hat mehrere Möglichkeiten: Einfach wiederkommen, eh klar, oder aber einen der Kurse belegen, die hier angeboten werden. Ob zum Sushi-Kurs mit dem Sushi-Chef, der „eine echte Rampensau ist“, zum Whiskey-Seminar oder zum Wine-Tasting, das Sushi+Soul bietet einiges für alle, die ihr Wissen und Können noch etwas ausbauen möchten… Sogar die Kids können zum Sushi-Kurs antreten und so gleich von klein auf die ganz große japanische Kochkunst lernen. Das Glockenbach lebe hoch!

Website: www.sushi-soul.de