Urbane Alpenküche aus Mamas Gemüsegarten: Das Süßmund

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Eigentlich wollte sich Andi Süß mit einem Wiener Caféhaus den Traum von der Selbständigkeit in der Gastronomie erfüllen. Doch was vor knapp vier Jahren als Tagescafé begann, entwickelte sich dank vieler hungriger Münchner zu einem schnuckeligen Restaurant, welches traditionelle Alpenküche neu interpretiert. Das Restaurant Süßmund.

Zuerst das theoretische Know-How in der Ausbildung, dann die praktische Erfahrung in verschiedenen Betrieben: Andi Süßmund ist kein Neuling in der Gastronomie. Ganz zufrieden war er jedoch bei seinen vielen Engagements nie. Schon seit seiner Ausbildung schlummerte in ihm der Traum von der Selbstständigkeit. Vor vier Jahren fasste er zusammen mit seinem Bruder und dessen Frau Vroni Mund den Entschluss: Süß und Mund goes Gastro! Der Name Süßmund wäre damit schon einmal erklärt.

Wie bereits angedeutet, war das Süßmund zunächst als Tagescafé im Stil eines Wiener Café Hauses gedacht. Ein paar Snacks sollte es geben, guten Wein und den ein oder andern Cocktail. Doch dieser Plan sollte aufgrund der großen Nachfrage nach Verköstigung nicht so ganz aufgehen. Der österreichische Einfluss ist trotzdem nicht ganz verloren gegangen. Beim Blick auf die Karte wird schnell klar, was wir damit meinen: Original Wiener Schnitzel, Gröstl in allen Variationen und Kaiserschmarrn. Die Kulinarik spricht ganz klar eine alpenvorländische Sprache.

Die Leidenschaft für österreichische Schmankerl brachte vor Allem die dritte im Süßmund-Bunde mit: Vroni Mund. Sie hat ihre Wurzeln in unserem Nachbarland und hatte schon lange die Idee, den waschechten Bayern die österreichischen Geschmäcker näher zu bringen. Deswegen finden wir auf der Karte eben auch das Beste aus Bayern und Österreich.

Allzu groß ist sie nicht, die Speisekarte im Süßmund, aber sie wird fast täglich neu erfunden und hält somit eine feine Auswahl an alpenvorländischen Schmankerln bereit. Dass es keine Standardkarte gibt, hat vor allem drei Gründe. Erstens: Die Jungs verfolgen das Prinzip der Ganztierverwertung. Was das bedeutet? Ist ein Teil des Tieres verspeist, so rüsten sie nicht hier auf, sondern kreieren kurzerhand ein neues Gericht mit einem anderen Fleischstück. Dieses Spiel wird so lange wiederholt, bis das gesamte Tier verwertet wurde.

Zweitens: Das Gemüse, welches im Süßmund auf den Teller kommt, schnappen sich Andi und sein Bruder aus dem Gemüsegarten ihrer Mutter. Da diese alles andere als ein Großhändler ist, der Lieferungen garantieren kann, passiert es schon einmal, dass eine Sorte aufgebraucht ist. Für die Jungs ist das kein Problem. Das Gericht wird dann eben auf eine andere angepasst. Drittens: Als Nachbarschaftslokal haben viele „Glockenbacher“ das Süßmund zu ihrem regelmäßigen Mittagstreff erklärt. Wer jeden Tag kommt, wünscht sich auch jeden Tag eine neue kulinarische Überraschung.

Warum das Süßmund für so viele zum Stammlokal wurde, hat noch einen weiteren Grund: die Wohnzimmeratmosphäre. Die gelernte Bühnenbildnerin Vroni hat ganze Arbeit geleistet, um den kleinen Gastraum mit jeder Menge geschichtsträchtiger Accessoires in ein modernes Update von Omas Wohnzimmer zu verwandeln. Stühle von Oma und Uroma Süß, die Wand gestaltet von einem befreundeten Landschaftskünstler, die Thekenwand von der Baustelle. Unverfälscht, spontan, zufällig sollte die Einrichtung sein. Eine entspannte Abwechslung zu all den durchgestylten, perfekt komponierten Interieurs, die sich sonst derzeit in München großer Beliebtheit erfreuen.

So vielseitige wie die Karte und so facettenreich wie das Ambiente, ist schließlich auch das Publikum im Süßmund. Wenn man sich ein wenig umblickt, erkennt man schnell: Hier fühlen sich die verschiedensten Genießer wohl: After-Work-Zeitungsleser, Paare aus dem Viertel, Mädelsrunden. Und nicht zuletzt auch wir.

Gleich zum Auftakt unseres Abends im Süßmund machten wir eine geniale Entdeckung: Hört, hört – es gibt in dieser Stadt durchaus noch andere Aperitifs als Spritz, Hugo, Lillet und Co.: Fräulein Süßmund und der Munique Spritz warten auf uns. Ganz klischeehaft gibt es die süße Dame mit hausgemachtem Himbeervodka für Sie und den gestandenen Herrn Spritz mit Bierlikör und Ginger Ale für Ihn. Auch als treuer Fan vom klassischen Spritz haben wir unser Aperol-Getränk an diesem Abend nicht vermisst. Ganz im Gegenteil!

Doch Back to Business: Die Speisekarte will unter die Lupe genommen werden. Wir entschieden uns für Rinderbrühe mit Leberspätzle und Matjestartar gefolgt von Ribs und Wintergemüsegröstl aus Mama Süßmunds Garten und schließlich dem Kaiserschmarrn. Dieser hat übrigens, ebenso wie das Original Wiener Schnitzel und eine Variation eines Gröstls, seinen festen Platz auf der Speisekarte. Wie auch schon mit unseren Drinks waren wir mit der Wahl unserer Speisen mehr als zufrieden. Auf jedem Teller ist zu erkennen, dass das Süßmund-Trio größten Wert auf die Qualität ihrer Zutaten legt. Die  Verarbeitung der Zutaten ist perfekt und und überrascht und mit kleinen, geschmacklichen Überraschungen. Und auch für den Service gibt es eine glatte 10!

Summasummarum: Das Süßmund zeigt, dass eine Mahlzeit auch ganz ohne Bowl und Chia-Pudding auskommt und trotzdem happy macht. Ganz normal und doch besonders. Sich Tag für Tag neu erfinden und sich dabei doch treu bleiben. Ein Erfolgsrezept, dass die Gebrüder Süß und Vroni Mund im Süßmund perfekt umsetzen.

Website: Restaurant Süßmund München