Ein Wochenende in Dublin: Food & Travel Guide

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Temple Bar in Dublin

Ein verschlafenes Dorf ist die irische Hauptstadt Dublin schon lange nicht mehr. Dank zahlreicher Pubs, hervorragender Restaurants und einem großen kulturellen Angebot, ist Dublin zu einer pulsierenden Stadt geworden. Eine aufstrebende Metropole, die auch uns in ihren Bann gezogen hat. Auch wenn man hier und da den ein oder anderen Euro investieren muss, hatten wir dort einen unvergesslichen Aufenthalt. Tipps und Tricks anbei!

#Hinkommen

Vom Flughafen Dublin geht es entweder per Taxi oder Bus in die Stadt. Abhängig vom Gepäck sind die Buslinien 16 oder 41 die günstigste Variante. Mit einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten sind sie in etwa so schnell wie die Expressbusse. Man sollte jedoch unbedingt das passende Bargeld dabei haben! Cash only! Wer jedoch mit größerem Gepäck reist, sollte auf eine der beiden Expresslinien ausweichen: Airlink oder Aircoach. Fahrkarten können online oder direkt am Busbahnhof gelöst werden. Welche der beiden Linien die bessere Wahl ist, hängt natürlich zusätzlich noch von der Lage eurer Unterkunft ab.

#Essen – Fish & Chips

Ein Dublin Besuch ohne Fish & Chips, wäre wie …unvorstellbar! Eigentlich ist es ja ein typisch englisches Gericht, mittlerweile hat es sich aber auch in Irland eingebürgert. Traditionelle „Fish & Chips“ kosten um die 10 Euro und eigenen sich bestens für einen kurzen Snack. Zu den besten zählt Beshoff’s auf der Upper O’Connell Street. Man bestellt am Tresen im Erdgeschoss und sucht sich dann einen Tisch im 1. Stock. Der frisch frittierte Fisch wird mit Pommes und Remoulade serviert. Der obligatorische Essig für das Pommes-Seasoning steht an jedem Tisch bereit.

Außerdem empfehlen können wir die die Filialen von Leo Burdock.

Fish & Chips im Beshoff's
Fish & Chips im Beshoff’s

#Essen – mittags

Hinter dem Trinity College, direkt an der Liffey, liegt der The Workshop Gestro Pub. Kein klassischer Bar-Pun, sondern eben ein Gastro Pub, was so grob einer Tagesbar entspricht. Neben einer großen Bierauswahl gibt es leckeres Essen zu fairen Preisen. Finger lickin‘ good fanden wir die „Roaring Bay Irish Rope Mussels“ und die knusprigen Chicken Wings. Mittags gibt es preisgünstige Lunch-Menüs, perfekt für eine gemütliche Verschnaufpause.

The Workshop Gastropub
The Workshop Gastropub

#Essen – abends

Gegenüber der Ha’penny Bridge, die im berühmten Viertel Temple Bar liegt, gibt es einen gleichnamigen Buchladen. Über eine grüne Treppe, die links des Buchladens zu sehen ist, kommt man zum Restaurant The Winding Stairs. Spätestens nachdem man die Tür im Erdgeschoss durchschritten hat, ist auch schnell klar woher der Name kommt! Über eine schmale Treppe schlängelt man sich hoch in den ersten Stock über den Buchladen. Dort gelangt man in einen überschaubaren, aber sehr charmant eingerichteten Gastraum samt Bar und offener Küche. Die Karte liest sich wie ein kulinarisches Gedicht und die Auswahl fällt dementsprechend schwer. Knusprige Polenta mit Erbsen, cremigem Lauch und lila Brokkoli, hausgemachtes Räucherforellen-Tatar mit Apfel, Fenchel und Forellen-Kaviar oder in Cider geschmorte Ente mit gepickelten Walnüssen, Apfel und knusprigem Speck. Wer sich nicht entscheiden kann, muss wohl oder übel das Menü bestellen.

#Pubs

Dublins Pubkultur ist das Aushängeschild der Stadt und sicher einer der meist genanntesten Gründe, weswegen es so viele Touristen jährlich in die irische Hauptstadt zieht. Das Angebot ist nahezu überwältigend, aber wenn man das Viertel Temple Bar anpeilt, kann man gar nicht so viel falsch machen. Es ist zentral gelegen und weist die größte Pub-Dichte auf. Auch der berühmte und gleichnamige Pub The Tempel Bar befindet sich hier. Nicht weit davon entfernt ist die The Palace Bar, die, wenn es nach uns ginge, designtechnisch mehr Punkte verdienen würde, als seine berühmte Konkurrenz.

Nicht ganz so zentral gelegen, aber genau das Richtige für diejenigen, die traditionelle, irische Musik mögen: Der Pub The Cobblestone in Smithfield.

Pub in Dublin
Pub in Dublin

#Touri Krams

Dublin ist unserer Meinung nach jetzt nicht unbedingt ein architektonisches Mekka,  das kulturelle Angebot dagegen hat uns total begeistert. Zu den Klassikern zählt das Trinity College. Der berühmte Long Room, eine beeindruckende Bibliothek, kann kostenlos besucht werden. Wer dahingegen mehr über das Book of Kells, ein illustriertes Manuskript aus dem achten Jahrhundert, erfahren möchte, muss Eintritt bezahlen. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie sehr man sich für die Geschichte Irlands und alte Dokumente interessiert.

Fußläufig erreicht man vom College aus den berühmten St. Stephens Green Park und die imposante St. Patricks Cathedral, beides Wahrzeichen der Stadt.

Weniger bekannt und deshalb noch ein absoluter Geheimtipp ist ein Besuch im Kilmainham Gaol, dem alten Gefängnis der Stadt. Es ist aber weniger der Ort, als die Geschichte hinter dem Gefängnis, die fasziniert. Die alten Gemäuer und die damalige Insassen haben während der irischen Unabhängigkeitsbewegung eine tragende Rolle gespielt. Es gibt nur Führungen und nur wenige Resttickets direkt an der Kasse. Einen Besuch im Kilmainham Gefängnis sollte man deshalb besser im Voraus planen. Online zum Beispiel, kann man Touren zu fixen Zeiten buchen.

Wer schon immer wissen wollte wie Guiness gebraut wird, kann einen Abstecher ins Guiness Storehouse wagen.  Inmitten der St. James’s Gate Brewery und auf sieben Etagen kann man dort mehr über das irische Nationalgetränk und seine Herstellung erfahren.

Long Room im Trinity College
Long Room im Trinity College

#Ausflüge

Wer ein bisschen mehr Zeit eingeplant hat, kann mit dem Zug, der sogenannten DART, Richtung Küste fahren. Vom Zentrum Dublins aus, erreicht man in nur 30 Minuten das kleine Städtchen Dalkey. Dieser malerischer Vorort ist ein absoluter Kontrast zur turbulenten Hauptstadt. Vom Killiney Hill genießt man einen atemberaubenden Blick Richtung Dublin und auf die Bucht von Killiney. Für die Einkehr können wir das The Queens Pub empfehlen.

Auch das idyllische Hafenstädtchen Howth lässt sich innerhalb einer halben Stunde mit der DART erreichen. Seehunde hoffen am Hafenbecken darauf, etwas Fisch zu ergattern, Fischerboote treiben im Wasser und es gibt jede Menge Fischrestaurants. Neben des kulinarischen Angebot ist aber auch der Cliff Walk ein Grund, warum so viele einen Ausflug von Dublin nach Howth antreten, denn hier genießt man eine beeindruckende Aussicht auf die Steilküste und das Meer.

Aussicht auf die Bucht von Killiney
Aussicht auf die Bucht von Killiney